Tagebuch eines Künstlers, Teil 1
Ein Blick hinter die Kulissen
Lange ist es her seit meinem letzten Blogeintrag. Beziehungsweise seit meinem letzten Blogeintrag, der sich um ein anderes Thema dreht, als den jeweils aktuellen Stand des LlyriaART Projektes.
Ich überlege schon seit einer ganzen Weile, in dieser Hinsicht wieder aktiver zu werden. Den Blog wiederzubeleben, vielleicht sogar mal etwas auf Social Media zu posten. Ich hatte einige Ideen und ziemlich alle davon wieder verworfen. Weil die einen in zuviel Arbeit ausgeartet wären und ich mir bei den anderen gedacht habe „Ja, aber wen interessiert’s?“ und „Ich hab keine Lust. Ich bin nicht der Typ dafür, um mich zu präsentieren und groß darzustellen“ (looking at you, Social Media)
Vor allem aber kamen besagte Ideen aus der Ecke „Ich sollte doch…“ (…aktiver werden. Präsenz zeigen. Reichweite aufbauen. Follower sammeln. Und so weiter.) Weil „das muss man doch“, gerade, wenn man sein Projekt als (voraussichtlicher) Self Publisher selbst bewerben muss, damit es dann auch von irgendwem gesehen wird, sobald man es dann mal endlich veröffentlicht.
Dementsprechend nicht vorhanden war (und ist) meine Motivation, da ich mich für das alles mal so gar nicht begeistern kann. Und wenn ich mich für etwas nicht begeistern kann und nicht mit dem Herzen bei der Sache bin, merkt man das. Es wird mies. Und ich unglücklich und grumpy, weil ich mich zu etwas zwinge, das ich nicht will. Etwas, das doch Freude machen sollte. Schreiben. Illustrieren. Weltenbauen. Basteln. Webdesign. Ich liebe es. Ich lebe es.
Aber es stresst mich, wenn das eigene kreative Schaffen und die innere Leidenschaft an äußere Anerkennung und erfolgreiche Vermarktung gekettet wird. Die Illusion des Erfolges, der vermeintlich errungen werden muss. Die Enttäuschung, wenn auf das eh schon unmotivierte Teilen von Inhalten ein oder zwei Likes folgen.
Also habe ich es gehen lassen. Losgelassen. Und ich sage euch, es ist so unglaublich befreiend, die selbstauferlegte Erwartungshaltung über Board zu werfen und „zurück zu den eigenen Wurzeln“ zu finden. Zu dem, was dir Freude macht, was dich erfüllt und aufleben lässt. Egal, was andere davon halten. Egal, ob es irgendjemand sieht. Denn wenn 2 Likes nicht genug sind, werden es 100 auch nicht sein. Ebensowenig 1000. Es wäre niemals „gut genug“. Denn es ginge immer „mehr“. Mehr. Mehr. Es wäre eine endlose Jagd nach Anerkennung, nach Bestätigung.
Wenn ich ehrlich bin, kümmert es mich wenig, ob meine Arbeit eines Tages „bekannt“ wird, oder ob ich auch nur genug Geld damit verdiene, um mich als Autor selbstständig zu machen. Klar wäre es nett. Aber ich wäre auch glücklich damit, meine Geschichten nur für mich zu schreiben und sie niemals zu veröffentlichen – einfach weil die Reise selbst so spannend ist. Jedes Wort, jede Seite, jeder Band ist ein Erlebnis, das mich mit meinen Figuren auf eine unglaubliche Reise der Selbsterkenntnis geschickt hat.
Ich werde es am Ende trotzdem veröffentlichen. Aber ohne Druck. Und einfach aus dem Grund, weil ich selbst Geschichten liebe und es als Leser schade finden würde, wenn ein Autor so etwas schreibt und es für sich behält. Ich glaube daran, dass meine Arbeit Menschen Freude machen wird – und sei’s drum, ob es am Ende 10, 100 oder 10000 Menschen sind, die meine Bücher lesen.
Der Weg ist das Ziel. Und jeder Schritt ein Abenteuer.
Und hier kommen wir zurück zum Anfang dieses Beitrags. Ein neuer Blogeintrag. Eine neue Kategorie. Und zwar eine, die mir Spaß macht. „Tagebuch eines Künstlers“.
Bisher habe ich es vermieden, allzu persönlich zu werden. „Angriffsfläche“ zu bieten. Überreste meiner alten, damals doch recht ausgeprägten Social Anxiety, die mich – gerade wenn es darum ging, öffentlich etwas zu sagen oder zu schreiben – sehr zurückgehalten hat. Bloß nichts sagen, was bei irgendjemandem falsch ankommen könnte. Bloß niemandem einen Anlass geben, schief zu gucken oder eine schlechte Meinung von mir zu haben. Bloß nicht, bloß nicht, bloß nicht. Und wenn doch, dann hat es mich tagelang beschäftigt und ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen, ob ich nicht dies oder jenes hätte anders machen oder sagen sollen.
Well… wie war das mit „loslassen“? Und den Drang nach äußerer Anerkennung gehen lassen, der einem am Ende nur in einer endlosen Jagd gefangen hält, die einen niemals wirklich glücklich macht? Denn auf jede Erwartung, der man genügt, folgt die nächste, die es zu erfüllen gilt. Damit kann man sich sein Leben lang beschäftigen und sich abstrampeln wie ein Hamster im Hamsterrad.
Ich möchte mir keine Gedanken mehr darüber machen, was irgendjemand vielleicht über mich denkt. Also werde ich auch das gehen lassen.Besser noch: Ich konnte es gehen lassen. Es hat sich gelöst, wie ein 50kg schwerer Rucksack, den ich bisher mit mir herumgeschleppt habe. So etwas kann man nicht erzwingen. Man kann es versuchen, kann es sich einreden, aber solange man es nicht wirklich im Herzen fühlt, kann man es nicht als Wahrheit anerkennen.
Wie meine Geschichten, so ist auch mein Leben eine Reise und letztlich muss jeder die Reise seines Lebens alleine – und auf seine Art und Weise gehen. Es ist kein Kampf. Kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, wer „besser“ oder „schlechter“ ist. Wer „schneller“ und „erfolgreicher“. Es ist einfach nur eine Reise und jeder Schritt eine Erfahrung. Für jeden von uns. Und ich möchte diese Reise genießen und das Beste daraus machen, anstatt die Zeit damit zu verschwenden, mir über andere Menschen, andere Meinungen und die Leistung anderer den Kopf zu zerbrechen.
So fühlt sich also Freiheit an.
Zu entscheiden. Vorwärtszugehen. Ohne Angst, ohne Erwartung, ohne Druck. Getragen und geführt von der eigenen Inspiration, die einen auf wunderliche Art und Weise durch das Leben manövriert, wenn man aufhört sich mit den eigenen Ängsten und seinem fragilen Ego selbst im Weg zu stehen.
Und was heißt das jetzt? Ganz konkret und auf den Blog bezogen? Mir ist vor kurzem zum ersten Mal bewusst geworden, dass es einige Menschen ehrlich interessiert, was ich so mache – im Sinne von: Wie entsteht meine Arbeit? Wie entstand das LlyriaART Projekt, die Zeichnungen und das ganze drumherum? Und wer steckt hinter diesem Projekt?
Das hat mich auf die Idee gebracht, die „Tagebuch eines Künstlers“ Reihe zu starten.
Die wenigsten wissen (woher auch), dass meine Zeichnungen zu einem großen Teil traditionell entstanden sind – oder „tradigital“, wie ich es nenne. Eine Kombination aus traditioneller Malerei mit Bleistift, Tusche und Aquarell und Photoshop.
Die wenigsten wissen, dass ich eine eigene Schriftfont kreiert habe (die in den Büchern und in den E-Mail Bannern von Blog und Newsletter Verwendung findet), oder dass ich alle Texturen, die hier auf der Website und in meinen Illustrationen verwendet werden, selbst fotografiert und erstellt habe.
Oder wie viel Arbeit und Recherche in der Welt und ihren Geschichten steckt, und dass ich oft Monate für ein einzelnes Thema recherchiert habe, weil es mir wichtig ist, gerade den sensiblen und komplexen Themen auch gerecht zu werden. Kultur. Religion. Psychologie, ganz besonders, wenn es um Trauma und Heilung geht.
Und weil ich normalerweise nur aus dem Nähkästchen plaudere, wenn jemand mich auf eines dieser Themen anspricht, dachte ich mir, ich fange hiermit einfach damit an. Weil ich gerne darüber rede und untypisch gesprächig werde, wenn sich die ganze Leidenschaft bei diesen Themen als geballter Wortschwall Bahn bricht. Und wen es nicht interessiert … well, der muss es ja nicht lesen. 😄
Hiermit starte ich also meinen ersten Beitrag im „Tagebuch eines Künstlers“, in dem ich einfach mal erzähle. Über mich, über den Arbeitsprozess und über alles, was sich so „hinter der Bühne“ abspielt, auf der das LlyriaART Projekt gezeigt wird.
Wenn euch was bestimmtes interessiert, hinterlasst mir gerne einen Kommentar.
Bis zum nächsten Mal!
Willst du kein Update mehr verpassen?
Abonniere doch meinen Blog! Dann bekommst du alle Neuigkeiten direkt in dein E-Mail Postfach! 📬
Sollte das Formular nicht sichtbar sein, überprüfe deine Ad-Blocker Einstellungen, falls du den Newsletter abonnieren möchtest.
